
Wie belebt man ein Dorf, das fast verschwunden wäre? In Bürgewald zeigt sich, dass der Wandel nicht nur geplant, sondern auch ganz konkret vor Ort gestaltet werden kann. Das ehemalige Morschenich-Alt, das lange vom Braunkohletagebau bedroht war, wird heute Schritt für Schritt wiederbelebt. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Bioökonomie.
Mit dem Profilortkonzept von BioökonomieREVIER wird Bürgewald gezielt als Standort für biobasiertes Wirtschaften weitergedacht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie vorhandene Gebäude und Flächen zukunftsfähig genutzt werden können: Welche Orte eignen sich für neue Arbeits- und Produktionsformen? Was brauchen Start-ups, um sich im Dorf anzusiedeln? Und welche Bestandsgebäude lassen sich so weiterentwickeln, dass sie neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen?
Gemeinsam mit dem Kölner Planungsbüro stadtland IMPULS und in engem Austausch mit der Gemeinde Merzenich wird dazu ein Konzept erarbeitet, das Bioökonomie als sichtbaren Teil der Dorfentwicklung verankert. Die Bioökonomie ist dabei kein Nebenschauplatz, sondern bereits im Masterplan für Bürgewald mitgedacht. Sie ergänzt die räumliche und infrastrukturelle Entwicklung um eine wirtschaftliche Perspektive und trägt dazu bei, neue Nutzungen und Wertschöpfung in den Ort zu bringen.
BioökonomieREVIER ist dabei nicht nur konzeptionell beteiligt, sondern wird selbst Teil des Ortes. In Kürze bezieht das Team Büroräume auf der ehemaligen Reitanlage Neesenhof. Während die Gemeinde an Themen wie Infrastruktur, Energie, Wärmeversorgung und Wohnraum arbeitet, setzt BioökonomieREVIER Impulse für neue Produktionsketten, innovative Geschäftsmodelle und zukunftsfähige Arbeitsformen.

Ein erstes konkretes Beispiel ist der „Rheinische Acker“ auf dem Gelände des Neesenhofs. Er macht die Vielfalt der Landwirtschaft im Rheinischen Revier sichtbar – als Grundlage für Lebensmittel, Tierfutter und biobasierte Rohstoffe. Zugleich sollen in der ehemaligen Reithalle und den angrenzenden Wirtschaftsräumen die Voraussetzungen geschaffen werden, um nachwachsende Rohstoffe weiterzuverarbeiten und neue Formen regionaler Wertschöpfung zu erproben.
Auch der Entwicklungsprozess ist offen angelegt: Junge Architekturstudierende haben den Ort bereits besucht und arbeiten an ersten Entwürfen für den „Ort der Zukunft“. So entsteht in Bürgewald Schritt für Schritt ein lebendiger Ort, an dem Innovation, Dorfentwicklung und Strukturwandel zusammenkommen.